Reisevorbereitung
Malaysia, Thailand, Laos
Nach der sehr aktiven Zeit in Neuseeland stand uns in ‘Kuala Lumpur’ eine ruhige Phase bevor. Für die Weiterreise gab es einiges zu erledigen. Wir verbrachten die Zeit auf Botschaften, um die notwendigen Visas einzuholen, im Internet oder in einem der feinen indischen Restaurants, welche in ‘Kuala Lumpur’ an jeder Ecke zu finden sind. Für drei Tage besuchten wir die ‘Cameron Highlands’, dies war eine wohltuende Abwechslung zum Stadtleben. Die Höhenlage (um 1500 m) bescherte uns ein kühles Klima. Deshalb gedeihen hier auch andere Pflanzen als in der malaysischen Ebene. Dies haben sich die Briten während der Kolonialzeit zu Nutze gemacht und bauten neben Erdbeeren, Spargeln und Rosen vor allem Tee an. Wir besuchten eine Teeplantage und lernten, wie dieser angebaut wird. Die hügeligen Plantagen zeigten uns ein schönes Bild…es wurde jedoch getrübt von den vielen Autos, die sich durch die Plantagen aneinanderreihten. Das Timing war nicht gerade perfekt: Es war Wochenende und zudem chinesisches Neujahr. Anscheinend sind die ‘Cameron Highlands’ ein sehr beliebtes Ausflugsziel!
Mit dem Nachtzug ging es nordwärts nach Thailand, Davids Wunschdestination für seinen 30. Geburtstag. Für ausreichend Unterhaltung sorgte der Rummelplatz ‘Patong’ auf der ‘Insel Phuket’. Wir waren beide schon zusammen dort und wussten, was uns erwartet. Dieser Ort ist sicherlich nicht repräsentativ für Thailand, aber sorgt definitiv für Entertainment. Tagsüber sonnen sich die Touristen im ein Meter Abstand auf den Sonnenliegen und lassen sich von den Strandverkäufern verpflegen, abends trifft man sie herausgeputzt auf der Strasse. Dann kamen auch wir zum Einsatz. Wir setzten uns mit einem Bier an den Strassenrand und beobachteten die Leute: Schöne Russinnen in weitaus weniger schöner Begleitung, Muskelmänner mit Wasserstoffblondinen, sexy Thai-Ladies, bei welchen man zum Teil nicht sicher war, ob sie wirklich Ladies waren…
Den Geburtstag selbst starteten wir mit Rösti und Spiegelei! Das war auch ein Vorteil am Touristennest: Es gab viele europäische Restaurants, welche authentisches Essen servierten. Ein Genuss! Mit Schlemmereien und Apéros ging der Tag dann auch weiter, man wird schliesslich nur einmal 30 Jahre alt!
David freute sich riesig über die vielen Gratulationen, welche ihn immer wieder erreichten und so verbrachten wir den Tag in bester Laune und lustigen Begegnungen!
Nach dem Trubel erholten wir uns für einige Tage auf ‘Koh Phayam’, einer kleineren Insel in der Andamansee. Diese war perfekt zum Relaxen. Sie ist nicht so gestürmt von Touristen und die blühende Alternativszene verleiht ihr eine unglaublich positive und entspannte Atmosphäre. Anstelle eines Bambusbungalows übernachteten wir in einem grossen Zelt. „Glamping“ nennt man das heute (zusammengesetzt aus Glamrösem Camping). Wir hatten ein normales Bett, einen Chillout-Bereich im Vorzelt und ein separates, eigenes Bad. Wir genossen die Nächte, die Mehresluft ersetzte den Ventilator und das erste Mal konnten wir stehen im Zelt!
Ein Highlight in Thailand war der Besuch bei Hansjürg und Chai. Hansjürg lernten wir vor rund vier Monaten auf dem Frachtschiff kennen. Etwas südlich von ‘Huahin’ durften wir uns in seine Poolvilla einquartieren. Den plötzlichen Luxus genossen wir in vollen Zügen! Es war nicht nur das schöne Haus mit dem Pool, Hansjürg hatte auch viele Ausflugsideen, sodass wir einfach zurücklehnen und uns führen lassen konnten. Thailand aus der Sicht eines schweizer Auswanderers zu sehen war für uns eine Bereicherung. Die Restaurantbesuche waren immer wieder eine Überraschung. Chai bestellte kreuz und quer aus der Karte. So hatten wir die Möglichkeit viel Neues, Feines, aus der thailändischen Küche auszuprobieren. Das war ein grosser Vorteil, vielmals bestellten wir nämlich Altbewährtes, ohne ein Risiko einzugehen! Aber auch das schweizer Essen fehlte nicht: Hansjürg verwöhnte uns eines Abends mit selbstgemachten Dampfnudeln: mhmmmm!
Zum Abschluss des Besuchs unternahmen wir einen Ausflug zum River Kwai. Diese Gegend hat historisch eine grosse, traurige Bedeutung. Hier wurden Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im zweiten Weltkrieg von den Japanern gezwungen die sogenannte „Death Railway“ (Todeseisenbahn) von Thailand nach Burma zu bauen. Rund 94’000 asiatische (Zwangs-) Arbeiter und etwa 14’000 alliierte Gefangene sollen beim Bau der Strecke ihr Leben verloren haben. Wir besuchten die bekannte Brücke, welche ihr vielleicht aus dem Film “Die Brücke am River Kwai” kennt und bestiegen danach zusammen ein Longtailboat. Dies führte uns flussaufwärts zu unserer idyllischen Unterkunft: Die sogenannten Jungle Rafts, Floss-Häuser direkt auf dem Fluss. Wir genossen eine kurze Wanderung dem Fluss entlang, einen Apéro zum Sonnenuntergang, feines Thai-Znacht und ein rustikales Zimmer ohne Strom, dafür mit romantischen Petrol-Lämpchen. Es war der perfekte Ort zum Ausspannen mit vielen Hängematten und Liegestühlen, immer direkt mit dem Fluss vor den Augen. Es hat uns sehr gefallen! Diesen Ausflug würden wir allen Thailand-Besucher weiterempfehlen. An dieser Stellen nochmals herzlichen Dank an Hansjürg und Chai für die gelungenen Tage!
Mit dem Zug erreichten wir Bangkok in rund sieben Stunden. Der Zug war anfangs noch gefüllt mit Touristen, welche die “Todesstrecke” abfahren wollten, danach waren wir so ziemlich die einzigen “Rundaugen”. Wir entschieden uns für eine Unterkunft in der Nähe der Khaosan Road. Diese Strasse wurde bekannt in den 80er Jahren durch ihre Popularität bei den Rucksacktouristen. Die Straße ist gesäumt von einer Vielzahl von Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants, Antiquariaten, Maßschneidereien, Straßenhändlern, Tätowiershops und Reisebüros. Es gab immer viel zu sehen. Die Gegend ist sehr angenehm, es besteht noch ein gesunder Mix aus Einheimischen und Touristen. Die Thais zeigen immer noch Freude, wenn sie an ihrem Stand vor den Augen der Touristen die feinen Phat Thais, Pancakes oder Fruchtsäfte zubereiten. Ausser dem legendären Weekendmarket haben wir sonst von der Stadt nicht viel gesehen.
Dank dem Tipp von Hansjürg besuchten wir Phanom Rung: Einen Tempelbezirk auf einem erloschenen Vulkan fünf Stunden nordöstlich von Bangkok. Es soll eines der beeindruckendsten Baudenkmäler der Khmer in Thailand sein. Und diesen Eindruck machte er auch auf uns! Es hatte fast keine Touristen, so strahlte der Tempel eine magische Ruhe aus. Wir durften einen weiteren, sehr idyllischen Fleck Erde kennenlernen.
Mit dem Zug ging’s weiter Richtung Norden. Es ist immer grosse Unterhaltung in der dritten Klasse! Es scheint fast, als würde sich das Zugabteil zeitweise in einen Lebensmittelmarkt verwandeln! Grüne Mangos, sticky rice, verschiedenes Fleisch, Satay-Spiesschen und sogar einen grossen Korb voller gebratener Käfer und Larven wurden angeboten. Auf Letzteres verzichteten wir gerne!
Es soll aber eine Spezialität der Region sein!
Und schon war Thailand wieder Geschichte. Landschaftlich war es sicherlich kein Höhepunkt. Dafür kulinarisch umso mehr. Überall und wirklich zu jeder Zeit findet man hier gutes uns sehr günstiges Essen. Zum Teil war es fast zu scharf, so dass wir noch eine extra Portion Reis dazu bestellen mussten!
Interessant war, wie der König omnipräsent ist: Auf grossen Plakaten, meist zusammen mit seiner Nikon-Kamera in der Hand, am Strassenrand, kleinere Bilder in fast allen Restaurants… Für uns eigenartig war die “Zeremonie” täglich um 8.00 Uhr und 18.00 Uhr: Im thailändischen Fernseh- und Radioprogramm, wie auch in öffentlichen Gebäuden und Parks, wird die Nationalhymne gespielt. Dazu erhebt man sich von den Sitzplätzen. Wenn man sich gerade zu Fuß fortbewegt, bleibt man stehen. Dies wäre in der Schweiz unvorstellbar!
Eindrücklich für uns war eine Begegnung eines Morgens vor dem 7/11-Shop: Mönche in ihre typischen, orangen Tücher eingehüllt und barfuss holten mit ihren silbernen Schüsseln die Almosen ab. Drei Frauen beschenken die Mönche mit Reis, Fleisch, Getränken und Früchten. Es wurde ein kurzes Gebet gesprochen, bevor die Mönche schön in einer Reihe wieder davon marschierten. Wie wir im Nachhinein gelesen haben besteht im Buddhismus der Lebensunterhalt der Mönche nur aus Almosen. Die Schenkenden bedanken sich bei den Beschenkten, denn dass sie selbst schenken dürfen und vermögen, das betrachten sie als glückbringende Gunst. Schön!
Von Laos haben wir nicht sehr viel gesehen, es war eher als Durchreise auf dem Plan. Denn die Vorfreude auf unsere nächste Destination lässt ein langes Verweilen hier auch nicht zu.
Nach nur einer Nacht in der für uns sehr unsympathischen Hauptstadt ‚Vientiane‘ verschlug es uns nach Luang Prabang. Die Busfahrt hierher sollte elf Stunden dauern. Nach der Mittagspause wollte unser Gefährt aber nicht mehr anspringen…Wir warteten geduldig vier Stunden auf Verstärkung. Zum Glück erreichten wir unser Ziel doch noch um Mitternacht. Die Unesco-Stadt selbst hat uns sehr gefallen. Es ist touristisch, aber das nicht ohne Grund. Die vielen Tempel, der farbenfrohe Nachtmarkt und die zahlreichen Cafés ziehen einem leicht in ihren Bann. Hinzu kommen die frischen Baguettes: Eine Tradition aus der französischen Kolonialzeit. Sie werden an Strassenständen zu Sandwiches mit Inhalt nach Wahl verarbeitet, es mauserte sich schnell zu unserem täglichen Frühstück.
In Luang Prabang bestiegen wir ein Boot zusammen mit rund 20 weiteren Personen Richtung Nong Kiaw. Die Fahrt verlief zuerst auf dem ‘Mekong’, danach ging’s weiter flussaufwärts auf dem ‚Nam Ou‘. Es war wunderschön, die Landschaft vom Wasser aus zu sehen. Immer wieder entdeckten wir Wasserbüffel, von welchen nur noch die Köpfe im Wasser zu sehen waren. Zahlreiche kleine Kinder plantschten am Ufer, sobald wir in Sicht waren winkten sie uns wie wild! Die Berge wurden immer höher…das Dorf ‘Nong Kiaw’ selbst hat eine spektakuläre Lage. Die Bambushütten säumen die Ufer, eine grosse Brücke verbindet die Dorfteile, links und rechts schiessen Kalkfelsen hunderte von Metern in den Himmel. Ein weiteres Idyll! Schade war nur, dass die Sicht in dieser Jahreszeit sehr eingeschränkt ist. Es liege vorallem daran, dass die Bauern in dieser Zeit ihre Felder abbrennen. Das Atmen war zum Teil unangenehm und schöne Bilder blieben ein Traum…
Nun fiebern wir dem nächsten, grossen Reiseziel entgegen: China! Wir freuen uns aufs Unbekannte und sind gespannt, was wir alles erleben werden!
Wir grüssen euch herzlich und freuen uns, dass bei euch langsam der Frühling Einzug hält!
Bildgallerie Südostasien:
GPS Track von Malaysia über Thailand nach Laos:
Neuseeland – Aotearoa
Hungrig auf Natur, Bewegung und ein kühleres Klima starteten wir unsere Tour durch Neuseeland. Unser Mietauto und das Zelt verliehen uns das so wohltuende Gefühl von Freiheit. Immer der Sonne nach legten wir über 7‘500 Kilometer zurück: Vier Wochen kurvten wir durch die Südinsel, die letzten zehn Tage verbrachten wir auf der Nordinsel. Gerne stellen wir euch unsere persönlichen Highlights vor!
Klima – Es gibt nichts Schöneres als kühlen Wind nach einem Aufenthalt in der feuchten Hitze! Die Sonne wärmte tagsüber und in der Nacht wurde es kühl, so dass wir einen angenehmen Schlaf im Zelt hatten. Die Neuseeländer beklagten sich über den Sommer, er habe noch gar nicht richtig gestartet, zu nass sei es! Wir warfen jeden Tag einen Blick auf den Wetterbericht und legten unsere Route danach fest. Für die Meteorologen muss es ein schwieriger Job sein, das Wetter ändert so schnell. Die Sonne brennt und fünf Minuten später regnet es in Strömen. Meistens windet es auch, was das Ganze beschleunigt. Der Himmel zeigte immer eine schöne Abwechslung, noch nie sahen wir so viele verschiedene Wolken. Herrlich vorallem, wenn sich diese in den klaren Seen spiegeln!
Tierwelt – Besonders die Schafe haben es uns angetan. Wir erfreuten uns immer wieder an den Wollknäueln, die den Einwohnern anzahlmässig weit überlegen sind. In riesen Scharen zauberten sie einen schönen Farbtupfer in die grünen Hügel. So richtig fotogen sind sie jedoch nicht…Meistens flohen sie als seien wir die Metzger persönlich!
Neben den Schafen gefiel uns vorallem das lustige Vogelgezwitscher. Ganz spezielle Melodien haben sie drauf, manchmal dachten wir eher an eine Handymelodie als an eine Vogelstimme. Ein Highlight waren auch die Hectordelfine, welche uns am Silvester kurz überraschten, ein schöner Abschluss des Reisejahres! Die einzigen Tiere, die wir wirklich nicht mochten waren die Sandmücken. Diese fiesen, kleinen Insekten trieben uns vorallem an der Westküste der Südinsel fast in den Wahnsinn. In der Dämmerung sind sie besonders aktiv und sehr aggressiv. Das einzige Mittel gegen sie heisst: Alles Einpacken! Hosen in die Socken, Kaputze rauf und so schnell wie möglich ins Zelt! Wenn es einem erwischt ist es sehr unangenehm, die Stiche juckten mehrere Tage!
Weihnachten – Eine Woche vor Weihnachten trafen wir Nicole (Karins Schwester) und ihr Freund Lukas. Das Wiedersehen nach über einem Jahr tat so gut! Wir hatten eine super Zeit zusammen mit gutem Wein, vielen Schlemmereien, aber auch kleineren Wanderungen tagsüber. Die Krönung war der heilige Abend selbst: Rindsfilet, Safranrisotto (das erste auf der Reise, danke Brigi
) und ein unkonventioneller Weihnachtsbaum samt Geschenken! Auch wenn Weihnachten mit T-Shirt-Temperaturen und Tageslicht bis 21.30 Uhr einmal ganz anders waren, genossen wir diesen speziellen Abend in vollen Zügen! Eine Skype-Session mit der Familie und Lindor-Kugeln als „Bettmümpfeli“ waren der gelungene Ausklang. Am Weihnachtstag fuhren wir zu Milford Sound und genossen eine Cruise durch die Fjordlandschaft bei Sonnenschein! Zu schnell verging die Zeit…wir hatten uns richtig eingelebt und schon mussten wir uns wieder trennen! Trotzdem bleibt uns diese Zeit zu viert in bester Erinnung!
Vulkangegend Nordinsel – Wir planten zuerst nur die Südinsle zu erkunden. Die Freude an der Abwechslung liess uns aber nicht in Ruhe und wir entschieden uns spontan für einige Tage auf der Nordinsel ein. Diese bot den perfekten Kontrast! Die Gegend um Rotorua wirkte richtig anziehend. Der Besuch des Parkes Thermal Wonderland war genial! Man fühlte sich in Mitten eines brodelden Hexenkessels! Der Schlamm blubberte, es dampfte aus allen Ecken und die Farben der Tümpel schienen richtig giftig! Leider zeigen das die Fotos nicht so extrem. In Wirklichkeit waren wir fast geblendet von dem giftgrün und den orange-blauen Teichen: Magic! Ein angenehmer Nebeneffekt im Vulkangebiet waren die heissen Quellen. Durch den Geheimtipp aus unserem Guide (NZ Frency) konnten wir in einem Fluss mit heissem Wasser inklusiv natürlichem Wasserfall baden und das alleine! In der Nähe von Te Anau hüpften wir auch mehrmals ins wohltuende Nass, einfach genial!
Wandern – Neuseeland ist geradezu dafür geschaffen die Natur zu Fuss zu entdecken. Die Wege sind unglaublich gut unterhalten, immer mit einer Beschreibung versehen und ohne jeglichen Abfall. Die bekanntesten und wohl auch schönsten Tracks sind die Great Walks. Wir packten drei von diesen in unser Reiseprogramm.
Der Kepler Track dauerte drei Tage und war sicherlich der abwechslungsreichste. Der Weg führte anfangs dem „Lake Te Anau“ entlang. Dieser ist so sauber, dass man das Wasser direkt daraus trinken kann. Der steile Aufstieg von 900 Metern führte uns durch Farnwälder zu riesen Kalksteinformationen. Oberhalb der Baumgrenze übernachteten wir das erste Mal in einer Hütte, zelten war nicht erlaubt. Die Aussicht über den See und zu den Bergen war phänomenal! Am zweiten Tag verschlechterte sich das Wetter leider. Trotz des zum Teil heftigen Windes (bis zu 80 km/h) war der Weg einmalig: Meistens führte er dem Grat entlang durch felsige Landschaft mit unglaublichen Ausblicken. Nach dem Abstieg verbrachten wir die Nacht im Tal und wanderten am letzten Tag durch moosige Wälder und an klaren Flüssen vorbei zurück…eine sehr empfehlenswerte Wanderung!
Die zweite Wanderung machten wir im Abel Tasman Nationalpark. Aus den geplanten zwei Tagen wurde leider nur eine Tageswanderung. Wegen des vielen Regens wurde der Zugangs zur geplanten Route abgeschnitten. Wir wählten einen Tag voller Sonnenschein. Trotz den vielen Touristen auf dem „Trampelpfad“ genossen wir die Bootsfahrt, die Ausblicke auf die wunderschönen Buchten und die Bewegung in den kühlen, satt-grünen Wälder.
Im krassen Gegensatz stand unsere dritte Wanderung. Auch hier hat uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir planten eine Drei-Tages-Wanderung im Tongariro Nationalpark. Die Wetterverhältnisse liessen aber unseren geplanten Start nicht zu, der Wind und die Niederschläge wären zu gefährlich gewesen. Wir warteten geschlagene vier Tage auf besseres Wetter und konnten schliesslich die sogenannte Tongariro-Crossing doch noch in Angriff nehmen. Es war der erste Tag im Jahr 2012, wo die Wanderung möglich war und es war bereits der 17. Januar! Vorhin war das Wetter so schlecht, dass die Shuttle-Busse gar nicht verkehrten. Wir zählten uns also doch noch zu den Glücklichen! Der Tag war lang, neben den mehr als 19 Kilometern durch unglaublich schöne Vulkanlandschaft bestiegen wir zusätzlich den Vulkan, Mount Ngauruhoe. Besser bekannt als Mount Doom aus „Herr der Ringe“. Wir suchten jedoch vergebens nach Frodos Fussspuren.
Umso mehr hatten wir uns den anschliessenden Apéro mit Bier und Chips verdient!
So, dieses Mal gibt es weniger Text, dafür umso mehr Bilder!
Wir sind nun zurück in Malaysia und planen unsere Weiterreise. Unterdessen schicken wir euch viiiiiiel Wärme und Sonnenschein! Und hoffen, der Frühling setzt bald ein, Tulpen gibt es ja schon zu kaufen!
Liebe Grüsse!!!
Bildgallerie Neuseeland:
GPS Track der beiden Inseln:
Philippinen
Nach unserem Japanaufenthalt war Erholung angesagt. Die Philippinen mit ihren über 7000 Inseln schienen uns perfekt dazu. Die Ankunft um Mitternacht in der schwülen Hauptstadt ‘Manila’ versetzte uns aber zuerst einmal in eine Art Schockzustand.
Nicht nur das Klima machte uns anfangs zu schaffen, sondern auch die chaotischen Zustände und die dreisten Taxifahrer. Wir schlugen uns aber gut durch und trafen spät in der Nacht bei Akra ein, unserem Couchsurfer-Host.
In einem von Sicherheitspersonal bewachten Wohnblock konnten wir es uns gemütlich machen. Es war wieder einmal eine sehr interessante Begegnung. Akra ist ursprünglich von der Elfenbeinküste, wohnte jedoch lange in Frankreich und arbeitet heute in einer international tätigen Firma, welche ihr Callcenter in die Philippinen ausgelagert hat. Die Philippinen haben Indien als grössten Outsourcing-Dienstleister abgelöst. Ein möglicher Grund dafür liegt in der englischen Sprache, welche seit der amerikanischen Besetzung neben Tagalog die zweite Amtssprache ist. Der Arbeitsplatz von Akra befindet sich in einem neuen, boombenden Stadtteil. Die modernen Wolkenkratzer liegen praktisch neben den Slums, ein riesen Gegensatz und gleichzeitig eine Widerspiegelung der krassen Unterschiede zwischen arm und reich in diesem Land.
Sehr gerne verliessen wir die Stadt wieder. Wir flogen auf die Insel Palawan, südwestlich von ‘Manila’. Hier genossen wir die ausgelassene Ferienstimmung. Täglich auswärts essen, mit vorgängigem Apéro in einer der unzähligen Bars, eine schöne Unterkunft…wir liessen es uns gut gehen! Von ‘Puerto Princesa’, dem Hauptort der Insel, starteten wir unsere Tour. Zusammen mit Sabina und Yves (ebenfalls Schweizer) verbrachten wir eine Woche mit Inselhopping, Schnorcheltouren, feinem Essen und sogar einem Jass! Der erste überhaupt auf der Reise!
Im touristischen Ort ‘El Nido’ unternahmen wir Bootstouren in die geniale Umgebung. Wunderschöne, einsame Strände, kliffartige Kalksteinformationen, die senkrecht aus dem Wasser schiessen, farbenprächtige Unterwasserwelt (inklusiv Nemo und Schildkröte), Höhlen und Lagunen. Das Mittagessen wurde jeweils auf einer Insel über dem Feuer zubereitet, ein Traum! Die Abende konnten wir am Strand im Fackellicht und mit Live-Musik ausklingen lassen.
Der Tourismus hat aber auch seine Schattenseite. Viele der Korallenriffe sind abgestorben. Zuviele Besucher zerstören die wunderschöne Natur. Uns sind vorallem die einheimischen Touristen negativ aufgefallen. Wir beobachteten, wie eine grosse Gruppe Filipinos frischfröhlich über die Korallen trampelte. So etwas schmerzt, wenn man bedenkt, wie lang Zeit diese zur Regenerierung benötigen. Wahrscheinlich ist das Wissen über die Natur und wie man sie schützt einfach noch nicht angekommen. Viele solche Situationen konnten wir beobachten: Der Bootsmann streift die Korallen, es wird gefischt, wo man nicht dürfte, überall wird Abfall der Natur überlassen…traurig! Hier muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden!
Nach den Inselferien wollten wir noch eine ganz andere Seite der Philippinen kennenlernen. Mit dem Bus ging’s deshalb Richtung Norden nach ‘Bagio’, einem bekannten Touristenort für die Einheimischen. Das Klima hier ist super: Viel kühler und nicht mehr so feucht. Wir fühlten uns einwenig nach Südamerika zurückversetzt. Für die Filipinos ist es vielleicht wie ein Skiort für uns: Viele trugen abends bei geschätzten 15 Grad warme Mützen. Ausser dem Klima hat es uns hier aber gar nicht gefallen. Bei so vielen Touristen sind auch die Diebe nicht weit. Wir konnten nur knapp den Diebstahl unserer Kamera vermeiden, die Tasche wurde bereits wie von Geisterhand geöffnet… Man gewöhnt sich einfach sehr schnell, oder ZU schnell, an ein sicheres Land und wird unvorsichtig.
Die Weiterreise führte über die spektakuläre Gebirgsstrasse Halsema. Sie ist die höchstgelegene Strasse der Philippinen und bietet fantastische Ausblicke auf Reisterrassen, Gemüseplantagen und abgestürzte Autowracks…zum Glück hatten wir gutes Wetter für diese Fahrt!
Angekommen in Sagada schlug es leider wieder um und es regnete die meiste Zeit. Wir unternahmen nur eine kleine Wanderung. Diese führte uns zu den bekannten „hängenden Särgen“, eine Begräbnisart, die einen grusligen Eindruck hinterlässt. Mit dem Jeepney (ein umgebauter, farbenfroher, ehemals amerikanischer Militärjeep) statteten wir den berühmten Reisterrasen von ‚Maligcong‘ einen Besuch ab. So viel Arbeit steckt hinter diesen zum Teil über 1000-jährigen Kunstwerken! Noch schöner wären sie aber sicherlich, wenn alle bepflanzt und grün wären…
Eine weitere kurvenreiche Strasse führte uns über den Bessang-Pass an die Westküste. ‚Vigan‘, die besterhaltene spanische Kolonialstadt und Weltkulturerbe, war unser letztes Ziel. Wie im Bilderbuch erstrahlen die Gebäude und die vielen Kutschen lassen einem in die Zeit zurückversetzen ohne den lästigen, lauten Verkehr. Auch hier machten wir eine aussergewöhnliche Bekanntschaft. Zufällig betraten wir einen Shop, der von Behinderten geführt wird. Uns fiel ein Mann im Rollstuhl mit einem T-Shirt von „Swiss Olympics“ auf. Als wir ins Gespräch kamen erfuhren wir, dass er bereits zweimal in der Schweiz war. Ein schweizer Pfarrer unterstützt die Gemeinde und ermöglicht ihnen ein anständiges Leben trotz Behinderung. Es war rührend, als er mit strahlendem Gesicht von der Schweiz erzählte. Wie er das erste Mal Schnee sah, den „stinkenden“ Käse mit viel Überwindung probierte und wie er sich als Behinderter als„Number one“ gefühlt hat.
Die Filipinos sind unglaublich freundliche Leute, lachen viel und leben von heute auf morgen ohne an die Zukunft zu denken. Wenn sie Geld brauchen können sie in einem der vielen „Pawnshops“ (Pfand-Shop) ihr Hab und Gut für eine gewisse Zeit verpfänden. Sie bezahlen zwar einen hohen Zins von ungefähr 10% pro Monat, kommen aber sehr schnell an eine kleine Summe, damit sie versorgt sind bis zum nächsten Zahltag. Falls es nicht möglich ist, das Pfand zurückzukaufen gehört es dem Shop und dieser verkauft es dann wieder weiter. Es wird immer sehr kurzfristig gedacht. Im Restaurant hat sich dies auch mehrmals bestätigt. Man bestellt ein Ei zum Frühstück und sieht, wie das Ei gleich im Shop über die Strasse zuerst eingekauft werden muss.
Für schweizer Verhältnisse undenkbar, aber es funktioniert! Und trotz dieser völlig anderen Mentalität verschlägt es viele Schweizer in die Philippinen (hier ein Beispiel). Sie betreiben meistens ein Restaurant oder ein ganzes Resort. Für uns war das im wahrsten Sinne des Wortes „gefundenes Fressen“. Denn neben dem sonst für uns nicht sehr attraktiven philippinischen Menuplan mit viel Reis und Fleisch minderer Qualität trumpft ein Cordon bleu (eines wie zu Hause, nur für viel weniger Geld) sehr auf! ![]()
Über acht Millionen Filipinos arbeiten ständig im Ausland. Die Männer vielfach in der Schifffahrt. Auch wir haben Filipinos während unserer Frachtschiffreise getroffen, die auf einem Kohleschiff im Einsatz waren. Die Frauen arbeiten häufig als Haushaltshilfe oder Kindermädchen. Und genau eine solche Frau lernten wir auch kennen. Sie arbeitet in Hongkong für eine Familie. Während ihrer Ferien in der Heimat wurde sie schwanger. Sie ist jetzt kurz vor der Niederkunft wieder zu Hause und wird ihr Kind zwei Monate nach der Geburt bei ihrer Mutter zurücklassen, um wieder ins Ausland arbeiten zu gehen…Klar können sie dadurch ihre Familien finanziell unterstützen. Die Kehrseite ist jedoch, dass viele Fachkräfte abwandern und so das Land nicht wirklich Fortschritte zu machen scheint.
Das Reisen auf den Philippinen ist ziemlich einfach. Man sollte jedoch eine zusätzliche Portion Geduld und Flexibilität mitbringen, am Schluss funktionierte aber immer alles. Es ist ein grosser Vorteil, dass man sich in englisch verständigen kann. Wir würden aber bestimmt nicht mehr einen so krassen Kulturwechsel (von Japan auf die Philippinen) planen. Wir brauchten zu viel Zeit, bis wir im Land richtig „angekommen“ waren, zu gross waren die Unterschiede.
Mit grosser Vorfreude verliessen wir die Philippinen, um via Kuala Lumpur zu unserem nächsten Ziel zu gelangen: Neuseeland! Hier sind wir jetzt bereits über einen Monat unterwegs! Wir haben sehr vieles zu berichten, aber wie immer alles mit der Ruhe! ![]()
Wir hoffen, ihr hattet schöne Feiertage und einen gelungenen Start ins 2012! Nur das Beste für euch alle und liebe Grüsse aus Neuseeland!
Bildgallerie Philippinen:
GPS Track der Philippinen:


























