E-Travelling
In diesem Beitrag berichten wir nicht direkt über unseren Reiseverlauf, sondern über die gemachten Erfahrungen mit unseren digitalen Beigleitern (Netbook, Kamera, iPhone). Wir möchten die eingesetzte Software und dessen Handhabung aufzeigen, vielleicht ist es für euch auf zukünftigen Reisen auch von Nutzen.
Mobile (iPhone)
Zum iPhone müssen wir eigentlich nicht viel sagen, jeder kennt es. Auf den tagelangen Busfahrten ist es ein treuer Begleiter, unterhaltet mit Musik, einem Jass oder sonstigen Games (Drop7 ist derzeit unser Lieblingsspiel). Trotzdem möchten wir euch die für uns am wichtigsten Apps kurz vorstellen:
WifiTrack: Wenn das App gestartet ist, sucht es in einem frei zu bestimmenden Intervall (in Sekunden) nach WiFi-Netzwerken. Ist die Option „Connect & Check“ aktiviert, so versucht das App über offene WiFi-Access-Points ein Verbindung aufzubauen. Ist dieser Versuch erfolgreich, so vibriert es kurz und auf Wunsch wird automatisch mit dem Netzwerk verbunden. So kann man sorgenfrei durch grosse Städte gehen und im Hosensack den Scanner am Laufen haben, ohne mit aufgeklapptem Netbook durch die Strassen zu ziehen. Erstaunlicherweise findet man auch in den kleinsten Ortschaften Leute, die ihre Verbindung nicht verschlüsseln. Vorsicht: Ihr müsst euch im Klaren sein, dass der Besitzer des Access-Points theoritisch euren Datenverkehr „abhören“ kann. Zur Sicherheit also besser den Verkehr (zum Beispiel abrufen von Emails) nur verschlüsselt (https://) vornehmen. Hinweis: Apple verbietet neuerdings alle WiFi-Scanner-Apps. Das App kann deshalb nur auf jailbroken iPhones installiert werden.
RSS-Reader: Ebenfalls hat sich das RSS Newsreader App „NewsRack“ bewährt. Diese RSS Newsreader-Apps haben den Vorteil, dass man sämtliche Abonnemente aktualisieren kann, um später offline zu lesen. Die Abos verwalten wir auf der Webseite http://reader.google.com. Im App „NewsRack“ kann man sich danach mit dem Google Account anmelden, um immer synchronisiert zu bleiben.
Wikitravel: Die gesamte Wikitravel Webseite (Open Source Reiseführer basierend auf dem Wikipedia Prinzip) kann offline auf dem iPhone angeschaut werden. Weiter existiert das App “Tourist“, welches zwar ein wenig schöner aufgemacht ist (mit Bildern), jedoch müssen die jeweiligen Beiträge erst einzeln heruntergeladen und für den offline Zugriff gespeichert werden.
WiFiPass: Diese App macht alle zuvor gespeicherten WiFi Passwörter sichtbar. So können wir das WiFi Passwort (beispielsweise beim Check-In im Hostel) direkt im iPhone eingeben und später für die Nutzung mit dem Netbook einfach vom iPhone “abschreiben”. Hinweis: Auch dieses App gibt es leider nur für Jailbroken iPhones über Cydia.
Zusätzlich nutzen wir regelmässig folgende Apps: WhatsApp, Tagesanzeiger, SF, smsSender, WeatherPro, Facebook, iTranslate, TripAdvisor und nicht zu vergessen: Den Wecker!
NetBook (Asus eeePC 1015PEM mit Windows 7 Starter)
Unser NetBook hat uns schon viele Stunden unterhalten (Filme, elektonische Reiseführer), ermöglicht uns aber auch ein unkompliziertes Bearbeiten unseres Blogs. Blogging mit den von uns eingesetzten Tools wäre in einem Internetkaffee ohne eigenen Computer nicht vorstellbar – oder einfach enorm zeit- und nervenraubend. Warnung bei Reise in höhere Regionen (z.B. Anden oder Himalaya): Harddsiks können nach Herstellerangaben nur bis zu einer bestimmten Höhe betrieben werden (+/- 3000 m.ü.M.). Mit abnehmendem Luftdruck besteht die Gefahr, dass der Schreib-/Lesekopf die drehenden Platten in der Harddisk berührt und damit bleibende Schäden hinterlässt. In verschiedenen Foren wird jedoch berichtet, dass übliche Notebooks (mit Harddisks) ohne Probleme schon in einer Höhe von über 5000 m.ü.M. betrieben wurden. Wir haben unser Netbook noch nie über 4200 m.ü.M eingeschaltet. Diese Einschränkungen gelten natürlich nur, wenn die Harddisk läuft (der Notebook eingeschalten ist).
Folgende Software möchten wir speziell erwähnen:
Connectify: Um gleich beim Thema WiFi und iPhone weiterzufahren: Speziell in Brasilien und im Norden von Argentinien kann eine Internetverbindung oft nur über Kabel (PPPoE) aufgebaut werden. Um unsere iPhones trotzdem mit Internet zu versorgen nutzen wir das Tool „Connectify“: Einmal gestartet erstellt die Software einen eigenen AccessPoint (WPA2 verschlüsselt) und kann somit die Verbindung vom Kabel an drahtlose Geräte weitergeben. Es ist sogar möglich, die Software als Verstärker einzusetzten, um die Verbindung eines bestehendes WiFi-Netzes durch ein eigen erstelltes Netz weiterzugeben. Da die WiFi-Empfänger der iPhones bei weitem nicht so gut sind wie die des NetBooks, kann die Reichweite des Signals dadurch erweitert werden.
Geotagging: Wir zeichnen die zurückgelegte Strecke mit unserem GPS Garmin eTrex HCX auf (ja, natürlich mit wiederaufladbaren Batterien). Dies hat nicht nur den Vorteil, dass wir die Strecke zu einem späteren Zeitpunkt visualisieren können (z.B mit Google Maps / Google Earth), es erlaubt uns auch das Geotagging aller geschossenen Fotos. Die von uns verwendete Freeware fürs Tagging der Bilder nennt sich „GeoSetter“. Das Handling ist äussert einfach: Man lädt die GPX Tracks vom GPS und die zu taggenden Bilder. Danach werden jedem Bild die Koordinaten sowie der Name der Ortschaft und des Landes hinzugefügt und in den Metadaten abgelegt. So kann später beispielsweise nach „Brasilien“ gesucht werden, und sämtlich Bilder, welche in Brasilien gemacht wurden, werden angezeigt. Zu beachten ist, dass Kamera und GPS bei einer Zeitumstellung aktualisiert werden.
Bilderverwaltung: Die Freeware “FastStone Image Viewer” ist schnell und bietet die einfachsten Funktionen wie zum Beispiel Batch-Renaming von Bildern oder Skalierung, Scharfzeichnen etc.
Digitalkamera (Nikon dSLR D3100 + AF-S DX NIKKOR 18-200 mm)
Mit dem Kauf eines Spiegelreflex-Einsteigermodelles kombiniert mit einem Zoomobjektiv machten wir bis jetzt nur super Erfahrungen. Die Kamera mit Objektiv hat mit 1075 Gramm zwar auch ein stattliches Gewicht. Natürlich schleppt man dadurch über 1kg durch die Gegend, der Unterschied zu den kleinen Point-and-Shoot Kompaktkameras ist aber auch deutlich sichtbar. Wir würden uns auch nach über einem halben Jahr wieder für dieselbe (oder eine ähnliche) Ausrüstung entscheiden. Das Objektiv bietet mit 200 mm Zoom (Full-Frame: 300 mm) einen genügend starken Zoom um beispielsweise Tiere aus grosser Entfernung genügend gross zu fotografieren. Weiter haben wir ein Makroobjektiv dabei, um bestimmte Objekte in stark vergrösserter Form abzulichten (Merci Ronny!!). Zudem begleitet uns eine Canon IXUS 70. Die Kompaktkamera brauchen wir dann, wenn die grosse Spiegelreflexkamera zu auffällig, zu gross, oder zu schwer ist. Beispielsweise im Ausgang, bei Hochrisiko-Fussballspielen
, für den Karneval in Rio oder ganz allgemein in unsichere Gebieten (Grossstädte etc.).
Bildformat: Wir schiessen sämtliche Fotos in der höchsten Auflösung zum einen im NEF und im JPEG Format (beste Qualität). Anschliessend laden wir sämtliche Bilder als NEF und als JPEG auf das Netbook. Mit Hilfe des Bildbetrachters “FastStone Image Viewer” löschen wir die nicht benötigten Bilder. Um die Arbeit für die Bilder im JPEG und NEF Format nicht doppelt zu machen, hilft ein VBScript. Das Script durchsucht ein Verzeichnis und löscht alle *.NEF Dateien, wo keine gleichnamige *.JPG Datei gefunden wurde. Wir behalten nur diejenigen Bilder im NEF-Format, welche uns besonder gut gefallen und die wir vielleicht später vergrössert drucken möchten (Poster). Für alle anderen Einsatzzwecke (Web, normaler Fotodruck) genügen die JPG’s qualitativ bei Weitem.
Bildbearbeitung: Rund 99% aller hier veröffentlicher Bilder kommen direkt und unbearbeitet von der Kamera. Einige Bilder bearbeiten wir im NEF-Format mit Hilfe von Adobe Lightroom. Zu dunkle Bilder können so sehr schön in den Dreivierteltönen aufgehellt werden, ohne dass dabei Details in den hellen Tonwerte verloren gehen.
Panorama: wir haben uns verschiedene Programme zur Erzeugung von Panoramas angeschaut. Das Rennen machte “hugin“. Die OpenSource Software scheint auf den ersten Blick etwas kompliziert, da sehr viele Optionen zur Verfügung stehen. Mit Hilfe des Assistenten können aber innerhalb kürzester Zeit perfekte Panoramas erstellt werden.
Backup
Jeder, der schon einmal Daten verloren hat, weiss wie wichtig eine Sicherungskopie ist: Wir kopieren sämtliche Daten zusätzlich zum Netbook auf eine SD-Karte und haben so immer alle Daten im Doppel. Wenn die SD-Karte voll ist, brennen wir DVD’s und schicken diese nach Hause in die Schweiz (Danke Phil!!). Nachdem wir den Erhalt der DVD bestätigt bekommen, löschen wir die Daten auf der SD-Karte um neuen Bildern Platz zu machen.
Zu guter Letzt noch ein Tipp für alle reisenden Sport- und insbesondere Tennisfans: Leider verbietet SF (Schweizer Fernsehen) den Zugung zum Live-Center von IP-Adressen im Ausland aus rechtlichen Gründen. Um Roger trotzdem live mitzuverfolgen schafft die Webseite LiveScoreHunter Abhilfe: Sämtliche Spiele von allen Turnieren können auf verschiedenen Live-Streams angeschaut werden (sogar solche, welche bei SF nicht gezeigt werden). Die Qualität lässt zwar manchmal zu Wünschen übrig, dies liegt aber eher an der schlechten Internetverbindung als an den Streaming-Servern.
Dies sind die Erfahrungen, die wir bis jetzt sammelten. Über Optimierungen würden wir uns freuen! Bitte schreibt uns einen kurzen Kommentar, falls ihr eine bessere und/oder einfachere Möglichkeit seht, um bestimmte Aufgaben zu bewältigen. Kennt ihr andere nützliche Software für Reisende? Danke jetzt schon für die Tipps ![]()
























