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Rapa Nui – Osterinsel

Für uns ging ein Traum in Erfüllung, als wir Fuss auf die in Mitten des pazifischen Ozeans liegende Osterinsel setzten. Sie trägt ihren Namen übrigens aufgrund der Ankunft des holländischen Seefahrers am Ostersonntag 1772. Die Insel liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Tahiti und dem 3700 Kilometer entfernten südamerikanischen Festland, ein rund sechsstündiger Flug von Santiago de Chile. Diese abgeschiedene Lage macht sie zum isoliertesten Ort auf der Erde. Und genau hier wollten wir uns erholen und die unglaublich interessante Geschichte der Insel erleben.

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Wir wurden bereits am Flughafen von unserem Couchsurfer-Host Roberto herzlich empfangen, sogar mit echten Blumenkränzen! Bei ihm verbrachten wir die ersten drei Nächte. Er ermöglichte uns einen perfekten Start: Mit Karten der Insel für die Planung und mit dem Film Rapa Nui zur Einstimmung. Durch den Film wurde die anschliessende Inselerkundung richtig lebendig.
 

2011-06-06-15-35-33_dsc_0239Wir freuten uns vorallem auf die bekannten Steinfiguren, die sogenannten Moai. Sie widerspiegeln die eigentlich traurige Geschichte der Insel. Die Moai symbolisierten die Verstorbenen, welche unter den Plattformen am Meer begraben wurden. Sie waren aber auch Träger von Mana (machtvoller geistiger Energie) und demonstrierten die Macht des jeweiligen Familienverbandes. Jeder Clan wollte sein handwerkliches Geschick besser zur Schau stellen. Das Bedürfnis der Familien, ihre Macht und Prestige immer mehr durch die Moai zu demonstrieren brachte grosse Probleme mit sich: Um die Statuen zu transportieren brauchten sie sehr viel Holz, dieses wurde immer knapper. Sie konnten keine Schiffe mehr bauen, also nicht mehr fischen gehen. Durch die Rodungen und die darauffolgende Erosion der Erde blieben die Vögel fern. Das Essen wurde ebenfalls knapp. Dieser Teufelskreis führte zu grossen Kämpfen zwischen den Clans, sie rotteten sich so fast selbst aus.
 

2011-06-06-18-19-17_dsc_0281Heute sind die umgestürzten Moai Zeugen der Kriege, die auf Rapa Nui stattgefunden haben.Insgesamt wurden ca. neunhundert Steinkolosse aus dem relativ weichen Tuffstein des Vulkans Rano Raraku geschlagen, rund dreihundert sind noch immer dort zu sehen. Vielleicht warten sie auf den Abtransport? Der grösste von ihnen ist fast einundzwanzig Meter hoch und noch mit dem Berg verbunden. Die größte jemals aufgerichtete Statue ist fast zehn Meter hoch und wiegt rund achzig Tonnen. Durch Restaurationsarbeiten wurden einige der Moai wieder aufgestellt. Wie wir im Muesum erfuhren, sind aber keine weiteren Restaurationsprojekte in Planung, da die Einheimischen die umgestürzten Moai als Teil der Geschichte sehen und dies auch so belassen möchten. Der Anblick der umgestürzten, stolzen Steinfiguren stimmte uns zum Teil nachdenklich…Schliesslich zerstörten sich die Menschen durch den Machtkampf und den Grössenwahn selbst. Trotzdem verlieren sie nicht an Zauber, sobald man vor ihnen steht…

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Für drei Tage mieteten wir Robertos Auto und erkundeten die Insel…ein wahres Foto-Paradies! Wir besuchten die Höhlen, erfreuten uns an den grossen Wellen am felsigen Kliff und lichteten die Moai in verschiedenem Licht ab. Am eindrücklichsten waren sie während des Sonnenuntergangs: Mystik pur! Wir verbrachten die weiteren vier Nächte auf dem Luxus-Camping direkt am Meer. Die einladende Küche liess uns unsere Lieblingsmenus kochen, die Duschen waren heiss und der Schlaf mit dem Geräusch der Wellen prima. Wir liessen es uns gut gehen und genossen die Zeit! Seht selbst wie fotogen die Moai sind! :)
 

Ein kurzer Themawechsel noch zum Schluss: Habt ihr vom Ausbruchs des Vulkans Puyehue in Chile gehört? Genau diesen besuchten wir auf unserer Wanderung (s/Beweisfotos). Glück gehabt! :)

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Wir reisen nun weiter in den Norden, in die Berge! Liebste Grüsse an euch und hasta la proxima! :)

Hier findet hier die Bilder zu der Osterinsel:


 
Wie üblich die zurückgelegte Strecke:

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100 Tage unterwegs

Die Zeit läuft und läuft…Wir haben wieder vieles erlebt! Zum 100-tägigen Reisejubiläum möchten wir euch mit einem neuen Beitrag beglücken.
 
2011-01-21-15-34-28_dsc_0406Mendoza hat unsere Erwartungen voll erfüllt. Die Stadt mit einer Million Einwohnern ist zwar ähnlich wie andere argentinische Städte mit der Ausnahme, dass die Leute überfreundlich sind und man sich so fast wie in einem Dorf fühlt. Die Mendocinos sind stolz im positiven Sinne und die Traditionen werden hier noch eingehalten: Keine Einkaufsmöglichkeit zur “Siesta” (von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr), dies ist in anderen Grossstädten längst nicht mehr so. Mendoza liegt am Fusse des zweithöchsten Berges der Welt (ausserhalb der Himalaya-Region): Dem Aconcagua . Es ist brütendheiss und regnet gerade einmal drei Tage im Jahr. Um der Trockenheit entgegen zu wirken, wurde ein Bewässerungssystem entwickelt: Durch den Stausee wird reguliert, dass die Stadt über ein Kanalsystem das ganze Jahr mit Wasser versorgt wird. Unsere Weinbauern würden neidisch beim Anblick: Die Flächen der Reben sind riesig und vorallem alle flach. Ist zwar kein Vergleich zu unseren schönen Rebhängen, ermöglicht aber eine riesen Weinproduktion. Wir freuten uns schon lange darauf, diese Gegend zu erkunden. Wir mieteten für einen Tag ein Velo und fuhren so von Bodega zu Bodega, zu einem Biergarten und zu einer Olivenoel-Produktion. Die übliche Touristen-Tour. Wir hielten uns aber mit dem Konsum ziemlich zurück, schliesslich waren die Strassen viel befahren, vorallem von LKWs. Wir verzichteten deshalb auch auf den Gratis-Wein, der uns von der Vermietstation bereits morgens um 10.00 Uhr angeboten wurde. Um ein bisschen schneller vorwärts zu kommen, mieteten wir uns zusätzlich für zwei Tage ein Auto.
 
2011-01-21-16-56-20_dsc_0422Die Bodega “Salentein” hat uns besonders gut gefallen: Der Weinkeller beeindruckte uns durch seine mystische und moderne Art zugleich. Schmunzeln mussten wir bei der Führung in der Bodega “Septima”. Bei der Exportstatistik steht die Schweiz an zweiter Stelle. Wir outeten uns darauf als Schweizer und erhielten zusätzliche Informationen: Der Guide erwähnte den “Mega-Hit” von Coop (genauso ausgesprochen), für diesen wurden 21 Container mit fixfertigen Flaschen (abgefüllt und mit spezieller Ettikette für die Schweiz versehen) zu uns geschippert.

Hier einige Bilder aus der Region Mendoza:

 
Wir erfuhren, dass Kollegen von uns, Oli und Johanna, in Valparaiso verweilen. Ein weiteres Mal waren wir froh, keinen fixen Plan zu haben und machten uns spontan auf den Weg zu ihnen. Die Fahrt von Mendoza nach Chile war spektakulär: Eine Passstrasse entlang der stillgelegten Bahnlinie zwischen Uspallata und Santiago de Chile, vorbei an der “Puente del Inca” und dem Aconcagua. Die Hafenstadt Valparaiso, auch “Valpo” genannt, ist die kulturelle Hauptstadt Chiles. Durch den historischen Stadtkern mit seiner Architektur wurde die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Uns gefiel der lebendige Ort mit seinen Hügeln und den farbigen Häusern. Durch die verschiedenen “Ascensores” (Standseilbahnen) kann man auf bequeme Weise die Hügel erklimmen und die Aussicht auf die Stadt und den Hafen geniessen. Am ersten Abend trafen wir dann Oli, Johanna und eine Kollegin aus Finnland. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend mit feiner Pizza, Reiseaustausch, Pisco Sour und viel Bier.
 
2011-01-26-16-47-08_dsc_0091Nach einer Woche in Valparaiso machten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt: Santiago de Chile. Für einmal buchten wir unsere Unterkunft im Voraus und glatt hat es nicht geklappt. Durch eine Doppelbuchung war kein Platz mehr für uns. Kurzerhand haben wir uns entschlossen, deshalb im Garten des Hostels unser Zelt aufzuschlagen. Als Wiedergutmachung wurden wir am Abend zum BBQ eingeladen, konnten natürlich gratis zelten und bekamen auch noch ein super Zmorge: Für uns ging die Rechnung auf. Santiago erkundeten wir mit einer vierstündigen Walkingtour. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Aufenthalt wert: Sauber, historisch super spannend, da die Geschichte eben auch noch so jung ist. Die Schäden des Erdbebens vom letzten Jahr sind zum Teil noch zu sehen, letzte Woche hat die Erde wieder gebebt, es wird wohl ein ewiges Werk bleiben. Um uns wieder einmal sportlich zu betätigen planten wir eine Wanderung auf den Hausberg von Santiago, den “Cerro Ramon”. Mit Hilfe von GPS-Koordinaten aus dem Internet sollte die Route auf schnellstem Weg zur Spitze führen, von wo aus man in der Nacht einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt haben sollte. Es kam aber alles anders. Wir krackselten über lose Steine, steile Hänge hinauf und hinab, und dies auf einem Untergrund übersäht mit stacheligen Pflanzen, welche einem das Gehen nicht gerade erleichterten. Wir fragen uns noch heute, ob die Route evtl. für eine Schneeschuh-Tour im Winter gedacht wäre. Auf jeden Fall gaben wir nach acht Stunden harter Wanderung kurz vor dem Eindunkeln auf, schlugen unser Zelt auf, genossen einen Teller Pasta und wurden durch einen wunderschönen Sternenhimmel trotzdem noch für die Anstrengung belohnt.

Bilder aus Vaparaiso & Santiago de Chile:

 
Nach fünf Tagen Santiago zog es uns wieder zurück nach Argentinien. Mit dem Nachtbus fuhren wir zuerst nach Mendoza (8 Stunden) und danach nach San Juan (nochmals 4 Stunden). Dort suchten wir uns eine schöne Unterkunft, um Davids Geburi ausgiebig feiern zu können. Die Wünsche waren nicht gross: Ein Doppelzimmer und einen Grill. Den Tag starteten wir mit “Tortitas” (feine brotähnliche Gebäcke) und Kaffee. Danach folgte bald der erste Apéro, auf welchen noch einige folgten. Zur Feier des Tages kauften wir das beste Fleisch und den besten Wein, welcher passend zum Tag “Don David” hiess. David wurde von Glückwünschen überhäuft und genoss dies in vollen Zügen. Am Tag danach waren die Pläne nicht gross. Wir besuchten zum ersten Mal ein Museum “Museo de la Memoria Urbana”. Hier wird das Erdbeben in San Juan im Jahr 1944 eindrücklich geschildert. 90% der Stadt wurde zerstört, 10’000 von 18’0000 Einwohnern liessen ihr Leben. In einem Simulator wird veranschaulicht, wie stark und wie lang das Beben war. Ein mulmiges und unheimliches Gefühl machte sich breit, vorallem wenn man bedenkt, dass es jeder Zeit wieder passieren kann.
 
2011-02-05-19-32-04_dsc_0270Von San Juan ging’s mit dem Bus nach Barreal. Durch die hohe Lage in einem trockenen und weiten Tal ist es der ideale Ort für eine Sternwarte, die wir besuchen wollten. Wir genossen den schönen Campingplatz mit dem täglichen Rindsfilet vom Grill. Für den Ausflug zum Observatorium hatten wir jedoch Pech. Gerade an diesen Tagen war es bewölkt und die Exkursion wurde abgesagt. In der Hoffnung, an einem anderen Ort der Welt noch ein Observatorium besuchen zu können, machten wir uns auf den Weg zurück nach San Juan.
Nun ging die Reise nordwärts weiter nach “San Agustin del Valle Fertil”. Dies ist der ideale Ausgangspunkt für unser Ziel: Die Nationalpärke “Ischigualasto” und “Talampaya”. Zum ersten Mal hatten wir Regen während dem Zelten. Unser Zelt enttäuschte uns aber nicht und hielt dem starken Regen tapfer stand. So konnten wir die Nacht im Trockenen verbringen. Es hat sich gelohnt, bei diesem Posten nicht zu sparen. Unsere Nachbarn kauften ein Zelt in Chile und hatten ein Wasserbett, ohne das zu wollen. Weil es in den Park nur Exkursionen mit Rückfahrt nach San Agustin im Angebot gab, stiegen wir wieder einmal auf Autostopp um. Während dem Warten konnten wir noch ein Quad-Rennen verfolgen, dies war das Aufwärmen für das grosse Autorennen am Wochenende. Wir wollten dem entkommen, da die Lautstärke auf dem Zeltplatz durch die rundendrehenden Quads fast nicht mehr zu ertragen war. Gegen Abend hatten wir Glück und konnten rund 40 km weiterkommen. In einem kleinen Dorf verbrachten wir die ruhigste Nacht seit langem.
 
Am nächsten Tag warteten wir gerade mal zehn Minuten, bis wir mit einem Minibus zum Park mitgenommen wurden. Durch den Regen in den vergangenen Tagen war jedoch nicht der ganze Park geöffnet. Wir gingen mit der letzten Tour mit (der Park kann nur im Auto-Caravan auf einer bestimmten Route besucht werden). Der Park wird auch als “Valle de la Luna” (Tal des Mondes) bezeichnet. Die bizarren Skulpturen in einer wüstenähnlichen Landschaft beeindruckten uns. Wir verbrachten die Nacht auf dem Zeltplatz (mit WIFI!). Am nächsten Tag wurden wir spontan von dem Ranger angefragt, ob wir nochmals auf die Tour mitkommen möchten (und dies bevor die ersten Touristen in den Park durften). Wir freuten uns riesig, bedankten uns und dann ging’s los im Pickup mit drei Parkrangers. Sie hatten -”Garette” und Schaufeln dabei, um die vom Regen zum Teil weggespühlte Strassse immer wieder auszubessern. In dieser Zeit erkundeten wir die Umgebung und machten in aller Ruhe Fotos.
 
2011-02-12-16-31-08_dsc_0030Für das Weiterkommen in den nächsten Park brauchten wir wieder fast keine Geduld. Etwas beobachten und eine Anfrage, schon sassen wir für die nächsten 60 km im Auto von Luis, einem Arzt von Villa Union (das Dorf nach dem Park). Er lud uns dann auch gleich ein, bei sich und seiner Familie nach dem Parkbesuch zu übernachten. Wir genosse aber zuerst einmal den zweiten Park an diesem Tag. Die Landschaft war dramatisch: Rote, bis zu 150 m hohe Felsmauern und wieder von der Natur geformte Skulpturen. Einfach unglaublich schön! Mit den Arbeitern des Parks konnten wir nach Feierabend nach Villa Union fahren. Luis holte uns ab und zeigte uns sein zu Hause. In einem Studio, welches durch separaten Eingang neben seinem Haus lag, konnten wir übernachten. Dies zeigte uns wieder einmal die Offenheit und Freundlichkeit der Argentinier, fast unglaublich.
Anfangs hatten wir geplant, dass wir immer nordwärts der Westküste Südamerikas entlang reisen werden. Da jedoch im Moment in Bolivien Regensaison ist und auch die Wanderwege deshalb geschlossen sind, haben wir spontan entschieden, die Küsten zu wechseln und Brasilien einen Besuch abzustatten. Es passt prima in den Plan, da Anfangs März Carneval ist! :) Wir werden deshalb am 5. März von Iguazu nach Rio fliegen und uns von der Stimmung an einem Carneval überraschen lassen.

Und als Abschluss noch einige Bilder aus der Provinz San Juan:

 
Wir geniessen weiterhin die Freiheit und die täglich neuen Erlebnisse! Wir schicken euch viel Wärme in die Schweiz und lassen euch herzlichst grüssen!

Hier noch die zurückgelegte Strecke seit unserem letzten Beitrag:

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¡Patagonia ade!

2011-01-05-16-55-13_dsc_0122Die nächste grosse Wanderung stand vor der Tür: Mit dem Bus fuhren wir von “Villa La Angostura” über die Grenze nach Chile. In Anticura startete der viertägige Trek. Zunächst waren 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Hart, vorallem weil es im dichten Nebel ohne die sonst so motivierende Aussicht war. Zudem war der Weg einem Acker gleich: Ein Trampelpfad der Pferde (ja, andere machen die gleiche Tour zu Pferd). Beim Refugio angekommen genossen wir zuerst eine warme Mahlzeit. Der Ort war von vielen Israelis belagert und wie wir es von ihnen gewohnt sind, ging es laut zu und her. Dies motivierte uns zum Weitergehen. Eine Gruppe schloss sich uns spontan an. Sie warteten auf besseres Wetter, da man ohne GPS schnell verloren gehen kann. Letztes Jahr hat sich hier eine Gruppe für zehn Tage verirrt. Nach insgesamt acht Stunden wandern sind wir bei den “Baños” angekommen. Wir, das heisst vorallem unsere Muskeln, genossen das heisse Wasser. Am Tag darauf besuchten wir die “Geysirs”. Schwefel in der Luft und blubbernde Pfützen faszinierten uns. Die Farben waren unglaublich und man hatte wirklich das Gefühl, dass die Erde lebt. Am letzten Abend genossen wir mit einem belgischen und einem deutschen Paar einen wundernschönen Sonnenuntergang. Vor dem Abstieg stand noch eine Besichtigung des Kraters des Vulkans Puyehue auf dem Programm. Die Wanderung mit den Aussichten, der Vulkanlandschaft und nicht zuletzt dem Bad in den heissen Quellen war ein weiteres Highlight. Alle Busse zurück nach Argentinien waren ausgebucht, deshalb verbrachten wir eine Nacht in der chilenischen Stadt Osorno. Die Unterkunft war herrlich, eine ältere Frau (von den Hotelgästen auch “Mama” genannt) sorgte sich rührend um die Gäste, es war wie in einer Familie!

2011-01-10-19-44-18_dsc_0235Zurück in “Villa La Angostura” ging’s direkt weiter nach “San Martin de los Andes”. Die Fahrt vorbei an sieben Seen war wunderschön. Dass Hauptsaison ist, veranschaulichte uns der Ort sehr gut: Alle Unterkünfte waren ausgebucht und die Strassen und Restaurants überfüllt mit Touristen. Wir entschieden uns für den Camping, welcher der teuerste bis anhin war und zudem noch direkt an der Strasse lag. Nur das Fleisch vom Grill hielt uns weiterhin bei guter Laune. Wir brachen schon am nächsten Tag unser Zelt ab und fuhren in das ruhigere “Junin de los Andes”. Der Ort liegt direkt an einem breiten, glasklaren Fluss und ist bekannt für “Truchas” (Forellen). Diese Spezialität liessen wir uns nicht entgehen. Karin fühlte sich wie am heimischen Fischessen :) Von “Junin de los Andes” aus besuchten wir für drei Tage den Nationalpark, welcher nach dem Vulkan “Lanin” benannt ist. Wir relaxten und genossen die menschenleere Natur.

2011-01-13-16-29-55_dsc_0275Habt ihr schon vom Wunder der Anden gehört? Im Jahr 1972 stürzte in den Anden ein Flugzeug ab. 16 der 45 Menschen an Bord wurden nach 72 Tagen im Eis gerettet. Die Geschehnisse sind seitdem auch bekannt als das „Wunder der Anden“. Bereits zu Hause sahen wir zufällig die Doku. Hier haben wir dann den Film dazu noch geschaut und waren fasziniert. Da der Absturzort nicht weit entfernt liegt (Ausgangsort Malargüe), machten wir uns auf den Weg, diesen zu besuchen. Zudem hörten wir, dass die Ruta 40 sehr schöne Aussichten biete, was uns noch mehr darin bestärkte, vom Touristenstrom abzuweichen. Die Busse waren jedoch für mehrere Tage restlos ausgebucht und so starteten wir unseren Roadtrip per Anhalter in Chos Malal. Ein älteres Paar nahm uns mit. Sie waren überfreundlich. Wir tranken Mate im Bus und assen danach bei ihnen zu Hause Zmittag. Eine Einladung zum Asado mussten wir leider ablehnen, da wir noch einen weiten Weg vor uns hatten. Wir hatten schnell wieder Glück und kamen weitere 30 km bis an die Grenze zur Provinz Mendoza. Es ist zugleich auch das Ende von Patagonien. Der Grenzverkehr wird hier von drei Personen auf verschiedene Dinge kontrolliert. So darf zum Beispiel kein Fleisch nach Patagonien mitgeführt werden (zum Schutz vor Krankheiten). Die Frequenz der Autos nahm rapide ab: Schätzungsweise fünf bis sechs Auto pro Stunde passierten die Grenze Richtung Norden. Die Polizisten unterhielten uns jedoch super: Wir tranken Mate und lernten ihnen schweizer Fluchwörter (natürlich auf ihren Wunsch). Da es aber kein Weiterkommen gab, verbrachten wir die Nacht im Zelt neben dem Kontrollposten. Am Morgen waren wir wieder voller Hoffnung. Die Strasse war jedoch so wenig befahren und wenn, dann mit vollgestopften Autos, dass wir in der brütenden Hitze fast den ganzen Tag an der Strasse verbrachten. Am späteren Nachmittag hatten wir Glück mit einem älteren, französischen Paar, welches mit dem Camper unterwegs war. Wir kramten unsere vergilbten Französischkenntnisse hervor und ratterten über die Schotterpisten. Ein Wunder, dass das Gefährt dies überlebt hat. Kurz vor unserem Ziel Malargüe war ihre Fahrt zu Ende. Wir bedankten uns, nahmen ein kühles Bier zu uns und versuchten es nochmals, trotzdem am gleichen Tag noch am Ziel anzukommen. Das Glück war uns ein weiteres Mal hold und wir konnten in einem nigelnagelneuen Pickup nach Malargüe “fliegen”.

Unser Glück schien weiter anzuhalten: Am Abend unserer Ankunft wurde in Malargüe das landesweit bekannte “Fiesta National de chivo” (Nationalfest der Ziege) gefeiert. Um euch einen Eindruck des Spektakels zu vermitteln, findet ihr hier ein Video von dem diesjährigen Fest. Unglaubliche 1025 Ziegen wurden gleichzeitig über dem offenen Feuer gebraten.

Am nächsten Tag machten wir uns auf die Suche nach Informationen zu der Besichtigung der Unglücksstelle des Flugzeuges, der eigentliche Grund wieso wir überhaupt nach Malargüe gekommen sind. Der Ausgangspunkt für die Wanderung an die Absturzstelle liegt rund 120 Kilometer nördlich und kann nur mit einem geländegängigen Fahrzeug erreicht werden. Der saftige Preis von rund 750 CHF (!!) für eine dreitägige Tour zu Pferd mit Zelt und Essen schreckte uns schon sehr ab. Wir benötigten schliesslich nur einen Guide und Pferde, und dies kann unmöglich so viel kosten. Der Besitzer unseres Hostel gab uns eine Adresse einer Person, die individuelle Touren organisiert. Leider wurden unsere Hoffnungen auf eine Besichtigung schnell zerstört: Seit ca. einem Jahr ist der Ort nicht mehr ohne weiteres erreichbar. Es wird eine Bewilligung benötigt, welche an etliche Bedinungen geknöpft ist. Eine Gruppe muss aus mindestens 10 und maximal 30 Personen bestehen, es wird ein Satelliten-Telefon benötigt, die Exkursion muss von einer zusätzlichen Person begleitet werden. All diese Restriktionen machen es dem Guide fast unmöglich Touren anzubieten. Einziger Trost: Wir bekamen Bilder von früheren Besichtigungen zu sehen. Der Guide hatte auch schon das Glück mit überlebenden des Unglücks hochzusteigen. Unsere Enttäuschung hat schnell nachgelassen mit dem Gedanken, alles versucht zu haben, um an den Ort zu gelangen.

Von Malargüe hatten wir verkehrstechnisch leichtes Spiel: Es verkehren ca. 10 Busse täglich Richtung Norden und die Strassen sind asphaltiert. Nach sechs Stunden Busfahrt erreichten wir unser nächstes und lange erwartetes Ziel: Das Weinmekka von Argentinien, Mendoza! Mehr dazu gibt’s später, wir sagen zuerst einmal: Liebe Grüsse mit viel Hitze und Prost! :)

Und hier noch eine Selektion der Bilder: