Neuseeland – Aotearoa
Hungrig auf Natur, Bewegung und ein kühleres Klima starteten wir unsere Tour durch Neuseeland. Unser Mietauto und das Zelt verliehen uns das so wohltuende Gefühl von Freiheit. Immer der Sonne nach legten wir über 7‘500 Kilometer zurück: Vier Wochen kurvten wir durch die Südinsel, die letzten zehn Tage verbrachten wir auf der Nordinsel. Gerne stellen wir euch unsere persönlichen Highlights vor!
Klima – Es gibt nichts Schöneres als kühlen Wind nach einem Aufenthalt in der feuchten Hitze! Die Sonne wärmte tagsüber und in der Nacht wurde es kühl, so dass wir einen angenehmen Schlaf im Zelt hatten. Die Neuseeländer beklagten sich über den Sommer, er habe noch gar nicht richtig gestartet, zu nass sei es! Wir warfen jeden Tag einen Blick auf den Wetterbericht und legten unsere Route danach fest. Für die Meteorologen muss es ein schwieriger Job sein, das Wetter ändert so schnell. Die Sonne brennt und fünf Minuten später regnet es in Strömen. Meistens windet es auch, was das Ganze beschleunigt. Der Himmel zeigte immer eine schöne Abwechslung, noch nie sahen wir so viele verschiedene Wolken. Herrlich vorallem, wenn sich diese in den klaren Seen spiegeln!
Tierwelt – Besonders die Schafe haben es uns angetan. Wir erfreuten uns immer wieder an den Wollknäueln, die den Einwohnern anzahlmässig weit überlegen sind. In riesen Scharen zauberten sie einen schönen Farbtupfer in die grünen Hügel. So richtig fotogen sind sie jedoch nicht…Meistens flohen sie als seien wir die Metzger persönlich!
Neben den Schafen gefiel uns vorallem das lustige Vogelgezwitscher. Ganz spezielle Melodien haben sie drauf, manchmal dachten wir eher an eine Handymelodie als an eine Vogelstimme. Ein Highlight waren auch die Hectordelfine, welche uns am Silvester kurz überraschten, ein schöner Abschluss des Reisejahres! Die einzigen Tiere, die wir wirklich nicht mochten waren die Sandmücken. Diese fiesen, kleinen Insekten trieben uns vorallem an der Westküste der Südinsel fast in den Wahnsinn. In der Dämmerung sind sie besonders aktiv und sehr aggressiv. Das einzige Mittel gegen sie heisst: Alles Einpacken! Hosen in die Socken, Kaputze rauf und so schnell wie möglich ins Zelt! Wenn es einem erwischt ist es sehr unangenehm, die Stiche juckten mehrere Tage!
Weihnachten – Eine Woche vor Weihnachten trafen wir Nicole (Karins Schwester) und ihr Freund Lukas. Das Wiedersehen nach über einem Jahr tat so gut! Wir hatten eine super Zeit zusammen mit gutem Wein, vielen Schlemmereien, aber auch kleineren Wanderungen tagsüber. Die Krönung war der heilige Abend selbst: Rindsfilet, Safranrisotto (das erste auf der Reise, danke Brigi
) und ein unkonventioneller Weihnachtsbaum samt Geschenken! Auch wenn Weihnachten mit T-Shirt-Temperaturen und Tageslicht bis 21.30 Uhr einmal ganz anders waren, genossen wir diesen speziellen Abend in vollen Zügen! Eine Skype-Session mit der Familie und Lindor-Kugeln als „Bettmümpfeli“ waren der gelungene Ausklang. Am Weihnachtstag fuhren wir zu Milford Sound und genossen eine Cruise durch die Fjordlandschaft bei Sonnenschein! Zu schnell verging die Zeit…wir hatten uns richtig eingelebt und schon mussten wir uns wieder trennen! Trotzdem bleibt uns diese Zeit zu viert in bester Erinnung!
Vulkangegend Nordinsel – Wir planten zuerst nur die Südinsle zu erkunden. Die Freude an der Abwechslung liess uns aber nicht in Ruhe und wir entschieden uns spontan für einige Tage auf der Nordinsel ein. Diese bot den perfekten Kontrast! Die Gegend um Rotorua wirkte richtig anziehend. Der Besuch des Parkes Thermal Wonderland war genial! Man fühlte sich in Mitten eines brodelden Hexenkessels! Der Schlamm blubberte, es dampfte aus allen Ecken und die Farben der Tümpel schienen richtig giftig! Leider zeigen das die Fotos nicht so extrem. In Wirklichkeit waren wir fast geblendet von dem giftgrün und den orange-blauen Teichen: Magic! Ein angenehmer Nebeneffekt im Vulkangebiet waren die heissen Quellen. Durch den Geheimtipp aus unserem Guide (NZ Frency) konnten wir in einem Fluss mit heissem Wasser inklusiv natürlichem Wasserfall baden und das alleine! In der Nähe von Te Anau hüpften wir auch mehrmals ins wohltuende Nass, einfach genial!
Wandern – Neuseeland ist geradezu dafür geschaffen die Natur zu Fuss zu entdecken. Die Wege sind unglaublich gut unterhalten, immer mit einer Beschreibung versehen und ohne jeglichen Abfall. Die bekanntesten und wohl auch schönsten Tracks sind die Great Walks. Wir packten drei von diesen in unser Reiseprogramm.
Der Kepler Track dauerte drei Tage und war sicherlich der abwechslungsreichste. Der Weg führte anfangs dem „Lake Te Anau“ entlang. Dieser ist so sauber, dass man das Wasser direkt daraus trinken kann. Der steile Aufstieg von 900 Metern führte uns durch Farnwälder zu riesen Kalksteinformationen. Oberhalb der Baumgrenze übernachteten wir das erste Mal in einer Hütte, zelten war nicht erlaubt. Die Aussicht über den See und zu den Bergen war phänomenal! Am zweiten Tag verschlechterte sich das Wetter leider. Trotz des zum Teil heftigen Windes (bis zu 80 km/h) war der Weg einmalig: Meistens führte er dem Grat entlang durch felsige Landschaft mit unglaublichen Ausblicken. Nach dem Abstieg verbrachten wir die Nacht im Tal und wanderten am letzten Tag durch moosige Wälder und an klaren Flüssen vorbei zurück…eine sehr empfehlenswerte Wanderung!
Die zweite Wanderung machten wir im Abel Tasman Nationalpark. Aus den geplanten zwei Tagen wurde leider nur eine Tageswanderung. Wegen des vielen Regens wurde der Zugangs zur geplanten Route abgeschnitten. Wir wählten einen Tag voller Sonnenschein. Trotz den vielen Touristen auf dem „Trampelpfad“ genossen wir die Bootsfahrt, die Ausblicke auf die wunderschönen Buchten und die Bewegung in den kühlen, satt-grünen Wälder.
Im krassen Gegensatz stand unsere dritte Wanderung. Auch hier hat uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir planten eine Drei-Tages-Wanderung im Tongariro Nationalpark. Die Wetterverhältnisse liessen aber unseren geplanten Start nicht zu, der Wind und die Niederschläge wären zu gefährlich gewesen. Wir warteten geschlagene vier Tage auf besseres Wetter und konnten schliesslich die sogenannte Tongariro-Crossing doch noch in Angriff nehmen. Es war der erste Tag im Jahr 2012, wo die Wanderung möglich war und es war bereits der 17. Januar! Vorhin war das Wetter so schlecht, dass die Shuttle-Busse gar nicht verkehrten. Wir zählten uns also doch noch zu den Glücklichen! Der Tag war lang, neben den mehr als 19 Kilometern durch unglaublich schöne Vulkanlandschaft bestiegen wir zusätzlich den Vulkan, Mount Ngauruhoe. Besser bekannt als Mount Doom aus „Herr der Ringe“. Wir suchten jedoch vergebens nach Frodos Fussspuren.
Umso mehr hatten wir uns den anschliessenden Apéro mit Bier und Chips verdient!
So, dieses Mal gibt es weniger Text, dafür umso mehr Bilder!
Wir sind nun zurück in Malaysia und planen unsere Weiterreise. Unterdessen schicken wir euch viiiiiiel Wärme und Sonnenschein! Und hoffen, der Frühling setzt bald ein, Tulpen gibt es ja schon zu kaufen!
Liebe Grüsse!!!
Bildgallerie Neuseeland:
GPS Track der beiden Inseln:


























