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Gear

Ausrüstung

Hier findet ihr einige Informationen zu unserem Hab & Gut, welches uns auf der Reise während den kommenden Monaten begleiten wird.
Passport

Reisevorbereitung

Mit den Vorbereitungen haben wir uns lange befasst. Hier geht's zu den wichtigen Hinweisen zu Versicherungen, Gesundheit, Routenplanung und mehr.

Sichuan & Beijing – China

2012-04-10-20-15-03_dsc_0285Der Einstieg in die nächste Provinz war erneut hart. Dieses Mal nicht wegen der Fahrt im Bus, sondern unserer ersten Zugsfahrt. Die Herausforderung startete am Ticketschalter. Schlange stehen in China gleicht einem Kampf…zum Glück hatten wir die grossen Rucksäcke am Rücken und konnten durch gezielte Seitenschwünge unseren Weg durch die Menge bahnen. :) Wir stellten uns nebeneinander, damit wir alle Drängler sofort abwehren konnten. Am Schalter angekommen stellte sich heraus, dass es nur noch Sitzplätze hatte…und das auf einer Fahrt von über 12 Stunden in der Nacht. Besser als einen Stehplatz, dachten wir. Die Sitze waren hart, die Breite der Sitzfläche nach asiatischem Standard und das Licht wurde nicht gelöscht in der Nacht. Viel Schlaf lag nicht drin. Die Leute waren bester Laune und wollten uns zum Trinken animieren. Es lag Rauch in der Luft und die neugierigen Blicke der chinesischien Passagiere waren omnipräsent. Glücklich, die Nacht überstanden zu haben, kamen wir in Chengdu an. Es war das letzte Mal, dass wir so spontan einen Zug buchten. ;)

2012-04-08-13-00-15_dsc_0210Unsere Unterkunft war eine richtige Oase im hektischen Stadtalltag, perfekt zur Erholung nach einer sehr aktiven Zeit. Wir leisteten uns wieder einmal “westliches” Essen in Form einer Pizza und genossen die Gespräche mit anderen Reisenden. In China kamen wir viel schneller in Kontakt. Wahrscheinlich liegt es an der total anderen Kultur, die den Zusammenhalt unter den Ausländern stärkt. Wir machten ähnliche Erfahrungen, lachten viel über die Alltagszenen in China und tauschten uns über die besten Essensplätze aus. Das Essen verdient jedoch einen eigenen Abschnitt,wir kommen darauf zurück!

2012-03-29-10-24-42_dsc_0108Ein Highlight in Chengdu war der Besuch des Panda Zucht-und Forschungszentrums. Hier lebt die größte Anzahl gezüchteter Pandabären der Welt. Es machte riesen Spass, durch die grosszügig angelegte Anlage zu spazieren und die Tiere zu beobachten. Wir besuchten das Zentrum am Morgen, weil die Tiere zu dieser Tageszeit aktiver sind. Alle waren sie am Bambus knabbern…kein Wunder, schliesslich liegt der Tagesbedarf bei rund 10 bis 20 Kilogramm!

2012-04-08-15-57-17_dsc_0242Wir nutzten die Zeit, unsere geplante Reise in den Tibet zu organisieren. Die Einreise in die chinesische Provinz ist seit den erneuten Unruhen im März 2008 von den Behörden stark eingeschränkt. Vor 2008 konnten Touristen auf eigene Faust die Provinz bereisen. Nun kann die Region nur noch mit einer geführten Gruppe und vorgehender Genehmigung durch die chinesischen Regierung bereist werden. Zudem ist es Ausländern komplett untersagt, während bestimmten Zeiträumen in die Region zu reisen. So zum Beispiel einige Wochen vor und nach dem Jahrestag des tibetischen Aufstandes vom 10. März 1959 oder auch dem Geburtstag von Dalai Lama um den 6. Juli. Wir haben mehrfach gehört, dass Tibet gegen Ende März wieder geöffnet sein soll. Tatsächlich wurden ab dem 30. März wieder erste Einreisegenehmigungen ausgestellt. Wir hatten bereits die Zugtickets in die tibetische Hauptstadt ‘Lhasa’, mussten also nur noch warten, bis unsere Anträge bewilligt werden. Einige Tage später stellte sich jedoch heraus, dass offenbar nur Gruppen der selben Nationalität zugelassen sind. Solche Weisungen werden nie offiziell kommuniziert, oft werden Reisen in politisch heikle Regionen mit simplen Ausreden wie “es liegt zu viel Schnee” oder “der Busfahrer ist heute krank” kurzerhand abgesagt. Weitere Schweizer zu finden schien unmöglich, zumal wir noch gar nie Schweizer in China trafen. Die Tour zu zweit als Kleingruppe in Angriff zu nehmen, wäre ersten viel zu teuer gewesen und zweitens auch ökologisch ein Schwachsinn. Wir entschieden uns deshalb, den Traum “Tibet” vorerst auf Eis zu legen.

2012-04-06-13-50-11_dsc_0160Glücklicherweise hatte die Stadt ‘Xining’, in welcher wir vergebens auf die Einreisebewilligung warteten, einiges zu bieten. Für uns völlig unerwartet leben hier viele Moslems. Dies ergab ein ganz anderes Bild auf der Strasse. Vorallem das Freitagsgebet ist ein Spektakel: Über 50’000 Gläubige versammeln sich wöchentlich in und um die Moschee. Die Teppiche werden ausgelegt, wo es gerade Platz hat: Auf Parkplätzen, Seitenstrassen oder Trottoirs. Der Anblick war sehr eindrücklich!

2012-04-08-15-45-24_dsc_0225Unser Interesse galt danach einem typisch tibetischen Ort ausserhalb der autonomen Region. Nach Aussagen von anderen Reisenden, seien diese Orte sogar authentischer. Wir waren unter den ersten Touristen, die die Region nach der Selbstverbrennung mehreren tibetischen Mönchen besuchen konnten. In ‘Xiahe’ befindet sich das wichtigste tibetische Kloster ausserhalb der autonomen Region. Es bildet das Herzstück des Ortes. Die 1’500 Mönche, welche im Kloster wohnen, prägen das Ortsbild. Ein Mönch führte uns durchs Kloster. Wir durften sämtliche Räume mit ihm betreten. Am eindrücklichsten waren der Essensraum mit Mönchen vor Schüsseln mit einem Breis aus heisser Milch, Butter, Getreide und geriebenem Käse und der Gebetsraum mit den sitzenden Mönchen, vertieft in ihre Gesänge. Mit den tiefen Stimmen zauberten sie eine unvergessliche Stimmung. Der Ort wird von hunderten von Pilgern besucht. Sie umwandern das Kloster im Uhrzeigersinn und drehen die Gebetsmühlen, welche die ganze Anlage umgeben. Wir mischten uns unter die Menge und erhofften uns, durch die Aktion auch ein wenig gutes Karma zu erhalten.

2012-04-08-12-23-34_dsc_0198Ein sehr schöner Ausflug war der Besuch des “Sangke Graslands”. Der Zeitpunkt war nicht ideal. Zwar hatte es keinen Schnee mehr, das Gras war jedoch noch eher braun als grün. Die vielen Yaks und Schafe auf den Weiden machten einen zufriedenen Eindruck. Sie waren sicherlich froh den harten Winter gut überstanden zu haben. So viele tote Tiere sahen wir am Strassenrand, denen es anders ergangen war.

Mit dem Zug machten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt ‘Beijing’. Hier konnten wir nach langer Zeit wieder einmal Couchsurfen. Es war wieder eine sehr positive Erfahrung und eine Situation, wie wir sie noch nie erlebten: Wir waren in einer Englischschule untergebracht. So konnten die Studenten mit uns Englisch sprechen und wir hatten im Gegenzug ein Bett und natürlich eine Reiseleitung vor Ort.

2012-04-12-10-50-25_dsc_0286Ein Must-See in ‘Beijing’ ist die verbotene Stadt. Dies ist der Kaiserpalast, in welchem 24 Kaiser über fünf Jahrhunderte hausten. Man nennt sie verbotene Stadt, weil es den Bürgern verboten war, schon nur die Mauer zu berühren. Das Leben innerhalb der Mauern sei geprägt gewesen von Luxus und Exzessen. Die Kaiser sollen mehr als zehn tausend Konkubinen (!) gehabt haben und ausser Eunuchen waren keine anderen Männer erlaubt. Auch mit grosser Anstrengung hatten wir nicht genügend Vorstellungskraft uns in die Zeit zurückzuversetzen. Viel mehr mussten wir die Ellbogen stellen und uns einen ehrer mühsamen Weg durch die chinesischen Touristenhorden bahnen.

2012-04-13-12-42-38_dsc_0307Unser nächstes Ziel war der Besuch der chinesischen Mauer. Um den Massen zu entkommen wählten wir einen nach unserem Reiseführer untouristischen Abschnitt. Wir machten uns alleine mit dem Bus auf den Weg. Vor dem Betreten der Mauer warnte uns ein Schild, dass dieser Abschnitt der Mauer für die Öffentlichkeit gesperrt sei. Trotzdem wartete ein Einheimischer an einem kleinen Tischchen und verlangte ein paar Yuan Eintritt von uns. :) Es hat sich sehr gelohnt: Die Mauer zeigte sich in voller Pracht! Wir kletterten die steile Leiter hinauf und fanden uns fast alleine auf der Mauer, die sich durch die hügelige Landschaft schlängelt. Der Bau der Mauer soll schon im 5. Jahrhundert v.Chr. begonnen haben, um die nördliche Grenze Chinas von rivalisiertem Gebiet zu separieren.

Im “Art District 798″ schlenderten wir von Kunstgallerie zu Kunstgallerie, welche in einem ehemaligen Fabrikgelände untergebracht sind. Wir erfreuten uns an der Individualität, welche wir sonst in China nicht sehr häufig antrafen. Ein kurzer Spaziergang im “Olympiapark” aus dem Jahr 2008 mit dem imposanten “Vogelnest-Stadion” rundete unseren gelungenen Aufenthalt ab.

2012-04-16-15-08-25_panorama_birdnest

Mit dem Zug setzten wir unsere Reise in den Norden fort. Wir machten eine Bekanntschaft mit einer Dame aus ‘Harbin’, unserem Zielort. Sie sprach ein wenig Englisch und lud uns auf eine Führung durch die Stadt ein. Die Architektur war mehr russisch als chinesisch. Die Stadt ist auch bekannt als “kleines Mokau”. Dies hat geschichtlichen Hintergrund durch die Kolonialisierung und Koorperation mit Russland. Wir genossen die Einstimmung in unsere nächste Destination und erfreuten uns sehr, als wir sogar noch Rauchwürste als Abschiedgeschenk erhielten.

Apropos Essen: China hat uns diesbezüglich absolut überrascht, und zwar nur positiv! Die Erwartungen waren zwar ganz anders, denn die für uns typischen Gerichte wie zum Beispiel “Süss & Sauer” sahen wir nur einmal auf der Karte in ‘Beijing’. Die Gerichte variieren extrem, je nach dem in welcher Provinz man sich befindet und von welcher Religion das Essen geprägt ist. Alle waren ganz nach unserem Geschmack!

2012-03-16-09-15-27_dsc_0691Die Tischmanieren unterscheiden sich sehr von den unseren. Die Servietten und alles, was nicht gegessen wird landet auf dem Boden. Wir waren zuerst einwenig geschockt, da es zum Teil wirklich sehr chaotisch aussieht in den Restaurants. Doch schlussendlich ist es vielleicht hygienischer, als die benutzten Servietten auf den Tisch liegen zu lassen.

Markt auf RädernIm Allgemeinen gibt es eine grosse Auswahl an verschiedenem Gemüse, vieles kannten wir vor unserem Besuch noch nicht. Im Süden verwenden sie übermässig viel Öl, sicherlich auch, um sich in den kalten Regionen warm zu halten. Genau wie die Verwendung von Chilli. Das Essen ist sehr würzig, vorallem Knoblauch wird grossügig verwendet, wirklich herrlich!

Wir wurden natürlich auch mit einigen Kuriositäten konfrontiert. Wir assen zwar nie wissentlich Hund, sahen den Verkauf des Fleisches aber auf dem Markt. Einmal wurden wir beim Bestellen gefragt, ob wir das Gericht mit Entenblut zubereitet haben wollen…ähmmmm…nein, danke! :) Der Pfeffer aus der Sichuan Provinz war ganz speziell. Er ist ziemlich scharf und vorallem: Er betäubt den Mund vollkommen.

2012-04-15-12-46-55_dsc_0042Unsere Favoriten waren die Pekingente, die verschiedenen Hotpots, das frische Yak-Joghurt in der tibetischen Region, die würzigen Lammspiesschen der Moslems, Dumplings mit allen möglichen Füllungen und die Nudeln, welche in vielen verschiedenen Varianten erhältlich sind. Es wurde uns also wirklich nie langweilig! :)

In der Grenzstadt ‘Suifenhe’ hielten uns alle für Russen. Kein Wunder, denn offensichtlich ist die für uns hässliche Stadt ein beliebter Ort zum Relaxen und vorallem zum Shoppen für die Russen. Wir fühlten uns ein wenig verloren; alles war nun in chinesisch und russisch angeschrieben. Zusammen mit einer vollbepackten Meute bestiegen wir den Bus nach ‘Vladivostock’. Wir waren bereit für unser nächstes Abenteuer: Russland.

China war für uns allgemein sehr speziell zum Bereisen. Wir erlebten Höhen, aber auch Tiefen. Das Beherrschen der Sprache, wenn auch nur von Bruchstücken, wäre sicherlich von Vorteil. Auf die andere Seite war es wieder mehr Abenteuer, was uns in Südostasien fehlte. Zum Abschluss von China möchten wir euch die diversen Handy-Schnappschüsse (inklusive Kommentar) nicht vorenthalten. Sie zeigen weitere Aspekte des chinesischen Alltags.

Wir wünschen Euch allen nur das Beste, erfreut euch den wärmeren Temperaturen. Wir versuchen die sibirische Kälte mit dem bissigen Wind hier zu behalten! :) Liebe Grüsse!!!

Bildgallerie Sichuan & Beijing:

Handy Schnappschüsse China:

GPS Track Sichuan, Qinghai, Beijing, Heilongjiang

hobos im Interview auf budgetyourtrip.com

Der Macher der Webseite BudgetYourTrip hat uns angefragt, einige Fragen zu unserer Reise zu beantworten. Wir tragen sämtliche Ausgaben auf dieser Webseite ein, um einen besseren finanziellen Überblick zu gewinnen (Durchschnittliche Ausgaben pro Tag / Ausgaben pro Land etc…).

Das Interview findet ihr hier.

Viel Spass beim Lesen :)

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Yunnan – China

Der Start in China wurde uns nicht gerade leicht gemacht. Zuerst wollte der Zollbeamte Karin auf dem Foto im Pass nicht wiedererkennen, was zu längerer Wartezeit und Begutachtung durch mehrere Grenzbeamte führte, danach legten fiese Bakterien Karin für zwei Tage lahm.

2012-03-08-13-47-43_dsc_0463Mit neuer Energie setzten wir unsere Reise Richtung Norden fort. Die Energie brauchten wir dann auch wirklich: Die Busfahrt zählt zu den schlimmsten überhaupt. Dieses Mal nicht wegen dem Fahrer oder einer gefährlichen Strasse, sondern wegen des Verhaltens der chinesischen Passagiere. Im vollen Minibus wurde geraucht was das Zeug hielt! Nicht nur Zigaretten! Auch riesen Wasserpfeifen kamen zum Einsatz. Wir wurden regelrecht eingenebelt. Hinzu kam das andauernde von unangenehmen Geräuschen begleitete Spucken, sogar in den Bus. Durch die kurvenreiche Strecke mussten sich einige Frauen immer wieder übergeben. Der Umgang mit dem Abfall war ebenfalls schockierend. Egal welche Art von Müll; PET, Glas, Zigis, Plastik…alles wird einfach aus dem Fenster geworfen! Wir fühlten uns teils wie im falschen Film! Diese zwölf Stunden im Bus werden wir wohl nicht so schnell wieder vergessen. Der Eindruck des unzivilisierten (natürlich für unser Verständnis) Chinas traf uns mit voller Härte!

2012-03-08-07-10-22_dsc_0400Den ersten Stopp legten wir bei den bekannten Reisterrassen um ‘Yuanyang’ ein. Die Jahreszeit war perfekt, denn die Reisfelder sind mit Wasser gefüllt und so ergeben sich wunderschöne Spiegelungen. In der Stadt trafen wir auf traditionell gekleidete Frauen. Ein schöner Anblick: Die leuchtenden Farben der Kleider kombiniert mit den mit Silber verzierten Kopfbedeckungen. Wir stationierten uns im Dorf ‘Duoyishu’ in Mitten der Terrassen. Die Idylle des Dorfes ist jedoch bereits getrübt. Die Menschen sind durch den Tourismus verändert. Es scheint ihnen an nichts zu fehlen und doch betteln Kinder sowie die Frauen, sobald sie einem sehen. Einmal bettelte ein kleines Mädchen mit vollem Mund um Essen… Der Staat hat mächtig ins Dorf investiert. Es wurde eine überdimensional grosse Terrasse für den chinesischen Massentourismus gebaut, damit all die Amateur-Fotografen einen guten Blick auf die Reisfelder haben. Wir suchten uns jedoch ein Plätzchen in den Terrasen, um den Sonnenaufgang zu geniessen. Das hat sich wirklich gelohnt…den Farbwechsel zu beobachten, zu sehen, wie die Sonne langsam über dem Berg aufsteigt und die Schönheit der spiegelnden Flächen hervorhebt.

2012-03-10-13-20-43_dsc_0521Mit dem Nachtbus ging es weiter nach ‘Dali’. Wir lasen im Reiseführer, dass dieser Ort sehr touristisch sei. Weil es aber eigentlich nur chinesische Touristen waren, störte uns das nicht. Es stellte sich heraus, dass wir meistens die grösste Attraktion waren. Die Leute wollten sich immer wieder mit uns fotografieren lassen, die weniger mutigen erwischten wir hinter unserem Rücken, wie sie heimlich Fotos von uns machten! :) Hier beobachteten wir das erste Mal die jungen, offensichtlich reichen Chinesen. Sie bestellten am Tisch nebenan allerlei Speisen. Als es dann serviert war assen sie es jedoch nicht. Nach ein paar Mal herumstochern bezahlten sie und verliessen das Restaurant. Diese Erfahrung war nicht die letzte. Für uns völlig unverständlich möchten sie vielleicht zeigen, dass sie so reich sind, dass sie das Essen nicht nötig haben. Wir verbrachten die Zeit mit Spaziergängen durch die für einmal sehr sauberen Strassen mit den alten Holzhäusern, welche gesäumt waren mit rosa blühenden Bäumen. Es war eine Erleichterung, eine Menukarte auf Englisch vor sich zu haben. Die Sprachbarriere bereitete uns nämlich ziemliche Mühen. Zum Glück haben wir die wichtigsten Wörter in chinesischen Zeichen in unserem Reiseführer. Ohne den wären wir immer wieder aufgeschmissen. Sogar die Zeichensprache für die Zahlen ist anders. Diese haben wir aber unterdessen gelernt, so dass wir wenigstens auf dem Markt auf etwas zeigen können und mit der Hand die Anzahl signalisieren. :)

2012-03-11-13-24-09_dsc_0550Eine kleine Wanderung führte uns auf die ‘Cang Shan’ Bergkette. Dort durften wir uns dank Amelia und Philippe im Higherland Inn einquartieren und Davids Geburtstag sozusagen nochmals zelebrieren. Die Unterkunft ist sehr familiär; wir fühlten uns von Anfang an wohl. Die Nachtessen waren ein Highlight. Am grossen, runden Tisch wurden allerlei feine Speisen aufgedeckt und alle bedienten sich nach Lust und Laune. Eine Tageswanderung bescherte uns einen schönen Ausblick auf die Stadt. Sehr mühsam war zwar das Waten im tiefen Schnee. Die riesigen Pinientannzapfen unterwegs und der Gedanke ans feine Znacht liessen uns jedoch die Anstrengung schnell vergessen! Nochmals herzlichen Dank euch Beiden für das gelungene Geschenk! :)

2012-03-12-19-58-24_dsc_0620Das kleine Dorf ‘Shaxi’ überraschte uns vorallem mit seinem schmucken Dorfplatz. Ein richtiges Idyll! Die alten Holzhäuser zusammen mit dem Kopfsteinpflaster und dem grossen Baum in der Mitte sind schlicht wie aus dem Bilderbuch! Wir hatten eine sehr originelle Unterkunft. Pferdeboxen wurden in Unterkünfte umgebaut. Jedes Zimmer hatte auf engstem Raum eine Toilette und eine Dusche. Der Weg zur Toilette war noch nie so kurz wie in diesen Nächten, was wir bei der Kälte sehr schätzten! :)

2012-03-15-20-10-44_dsc_0679Die Ruhe währte nicht lange. ‘Lijiang’ war unser nächstes Ziel. Dieser Ort toppte ‘Dali’ bei weitem was den Tourismus betrifft. Die Altstadt soll eine der meistbesuchten Tourismusdestinationen der Welt sein. Und wir kannten diese vor unserem Besuch gar nicht! Da wird einem bewusst, wie viele Menschen hier leben und reisen. Die Massen sind zum Teil erschreckend. Die Altstadt ist mehr ein kulturelles Disneyland als ein Ort zum Leben. Sie besteht praktisch nur aus Souvenirshops, Restaurants und Hotels. Nachts ist die Atmosphäre besonders kitschig. Der Besuch war aber trotzdem unterhaltsam und zudem eine echte Herausforderung für unseren Orientierungssinn. Die engen Gassen sind ein regelrechtes Labyrinth, wir waren jedes Mal froh wieder zur Unterkunft gefunden zu haben!

2012-03-19-19-23-43_dsc_0721Der nächste Abschnitt der Reise führten uns weiter nordwärts. Wir passierten die berühmte Tigersprungschlucht (Tiger Leaping Gorge), welche die tiefste Schlucht der Welt sein soll. Das Landschaftsbild veränderte sich. Wir sahen Jaks auf weiten Weideflächen und Häuser im tibetischen Baustil. Die Stadt ‘Shangri La’ liegt an den Ausläufern der Himalayas. Und genau diese Berge erweckten unser Interesse! Es lagen jedoch noch einige Stunden Busfahrt inklusiv Passüberquerung vor uns, bis wir endlich einen ersten Blick auf die atemberaubend schöne Bergkette ‘Meili Xue’ werfen konnten. Auf einer neu erbauten Aussichtsplattform türmten sich die Berge majestätisch vor uns auf: 13 Gipfel über 6’000 Meter! Solche Berge hatten wir noch nie gesehen. Wir hatten ein riesen Glück mit dem Wetter, die Sicht war perfekt! Zudem hatte es vor wenigen Tagen geschneit, was das Bild wirklich perfekt machte.

Mit chinesischen Studenten, welche glücklicherweise englisch sprachen, starteten wir unsere zweitägige Wanderung, um die Berge aus der Nähe bewundern zu können. Ein harter Aufstieg von über 1000 Höhenmetern war nötig. Hart vorallem, weil zum Teil noch Schnee auf dem Weg lag. Oben angekommen erlebten wir wieder einmal einen dieser magischen Momente: Die ganze Bergkette erstrahlte in der Sonne, das Blau des Himmels bildete einen schönen Kontrast zum Weiss des Schnees. Und die vielen Gebetsfahnen verliehen dem Ort etwas mystisches. Einfach nur herrlich! Der Abstieg zum Dorf ‘Yubeng’ ging wie von alleine. Wir waren froh um die Übersetzer, die wir dabei hatten. So fanden wir schnell eine einfache Unterkunft, tranken ein Bier und genossen ein feines Znacht. David war so begeistert, dass er sogar zum Sonnenaufgang den Aufstieg nochmals auf sich nahm. Dass es sich gelohnt hat könnt ihr hier gleich selbst sehen:

2012-03-21-07-47-00_panorama_meili_morning

Der zweite Wandertag führte uns durch ein Tal, immer entlang eines Flusses. Noch nie zuvor sahen wir so einen klaren Fluss in China. Die Spuren der Menschen, seien es nur ein Paar leere PET-Fläschli, begleiteten uns jedoch immer auf der Wanderung. Entlang einer tiefen Schlucht mit eindrücklichen Felswänden wanderten wir bis zum Mekong, welchen wir dann überqueren mussten. Hier wirkt das Gewässer noch wie ein wilder Bergfluss, kein Vergleich mit der Ruhe und Breite in Laos! Wir trafen unterwegs auf weitere Wanderer. Mit ihnen ging es dann per Minibus zurück zum Ausgangspunkt. Diese Wanderung war abwechslungsreich und bot uns Ausblicke, die wir nicht so schnell vergessen werden. David hat sie hier für alle Interessierten dokumentiert.

Etliche Stunden im Bus führten uns über ‘Lijiang’ zum Bahnhof, von wo aus unsere Reise in die nächste Provinz startete. Die Fahrt verlief glücklicherweise ohne Zwischenfälle. Die vorausgesagten Schneefälle hätten die Passfahrt verhindert und wir wären wohl noch heute dort.

China ist bislang nicht einfach zu bereisen. Es liegt nicht nur an den Verständigungsproblemen, sondern vorallem an der total anderen Kultur. Vielleicht können wir uns an die zum Teil ruppigen Umgangsformen und die Rücksichtslosigkeit im Alltag gewöhnen. Was das “Gekoddere”, “Geschmatze” und “Geschnuddere” angeht, haben wir unsere Zweifel… :)

Wir lassen euch herzlichst grüssen aus dem Reich der Mitte und freuen uns, dass euch die Sonne so treu ist! :)

Bildgallerie Yunnan:

GPS Track von Yunnan